Sketchnotes – visuelle Notizen – können Gedanken ordnen, Kommunikation erleichtern und auch komplizierte Themen einfach auf den Punkt bringen. Wie genau das fuktioniert, weiß Susanne Speer – alias der Designpiranha – besser als die meisten anderen. Seit drei Jahren hilft sie Unternehmen, Sketchnotes effektiv zu nutzen. Sie begleitet Vorträge live mit unterstützenden Zeichnungen, gibt Workshops und vertreibt nach und nach den Satz „Ich kann nicht zeichnen!“ aus den Köpfen der Menschen.

Wie Susanne zu den Sketchnotes kam, warum ihr Mann zuerst an ihrer Idee gezweifelt hat und welche wichtigen Ratschläge sie anderen Selbstständigen ans Herz legt, verrät sie im Mutmach-Interview:

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Susanne, was Du genau machst, weißt Du natürlich selbst am besten. Erzähl mal!

Susanne Speer ist Spezialistin für Sketchnotes

Ich stelle mich meistens vor als Designerin. Grafik-Designerin beschränkt es ja tatsächlich manchmal nur auf grafische Elemente oder nur auf Print.

Ich habe tatsächlich mal in Print angefangen, habe ’97 studiert. Das ist also schon eine Weile her. 2000 war ich fertig. Der große Boom der Web-Agenturen ging gerade los. Und ein paar Jahre später musste ich sozusagen auch noch ein bisschen Knowhow oben drauf packen. Da war es dann leider mit Print nicht getan.

Und zwischendurch irgendwann kam dann auch ein Kind und dann habe ich gedacht, ich müsste auch mal irgendwie so brav angestellt sein. Also, ich war erst selbstständig, nach dem Studium, und dann habe ich Kinderzeit gemacht und bin dann erst in eine Anstellung gegangen. Und seit vier Jahren bin ich wieder selbstständig und genieße das sehr.

Und da du fragtest nach dem Schwerpunkt Sketchnotes, das hast du ziemlich gut beschrieben. Es sind visuelle Notizen, mit denen man allerlei Dinge anstellen kann.

Die Prägung dafür hat eigentlich schon im Studium stattgefunden. Ich war im Studium schon spezialisiert auf das, was man Corporate Design nennt. Also alles das, was ein visuelles Markenzeichen von Unternehmen ausmacht. Das hat mich immer schon gereizt, wie man so einen optischen Mantel über den Inhalt packt. Aber erstmal muss man den Inhalt verstehen.

In der Zeit habe ich schon ganz viel gearbeitet zu Leitsystemen, also Verkürzung auf zum Beispiel Symbole. Wenn Du auf einen Flughafen gehst, dann könntest Du Dich ohne die Icons, die da sind, nicht in Hongkong orientieren. Wahrscheinlich nicht. Und wie das funktioniert, das hat mich damals schon interessiert. Irgendwann habe ich dann angefangen so vor mich hin zu kritzeln, Dinge zusammenzufassen, um dann festzustellen: Da gibt es auch einen Namen für, man nennt das „Sketchnotes“.

Tatsächlich bin ich jetzt seit drei Jahren spezialisiert auf Sketchnotes für Unternehmen. Ich sage immer, ich mache Sketchnotes fürs Business. Man kann damit vom Kochrezept bis zum Einkaufszettel auch privat ganz viel machen oder sein Reisetagebuch dokumentieren. Aber für den Business-Einsatz finde ich es reizvoll, weil es eine Unternehmenskommunikation unheimlich bereichern und verkürzen kann.

So sieht eine Sketchnote von Susanne über Susanne aus.

Du hast ja jetzt, wenn ich das richtig herausgehört habe, beides mal erlebt: Anstellung und Selbstständigkeit. Was genießt Du denn an der Selbstständigkeit?

Zum einen kann ich tatsächlich meine Vielfältigkeit ausleben. Ich muss dazu sagen: Ich habe Grafik-Design studiert, ich bin ausgebildet als Social-Media-Managerin, ich habe eine vollständige Coaching-Ausbildung, ich habe einen Heilpraktiker für Psychotherapie. Ein Arbeitgeber sagt: „Ach, Sie wissen also nicht, was Sie wollen?“. Also aus der Sicht eines HR-Managers. Und bei dem, was ich jetzt mache, packe ich all das zusammen.

Ich bin ja auch ein bisschen unterwegs als das, was ich Visual Coach nenne. Das heißt, manchmal kommen auch Unternehmer, die sagen: „Weißt Du, ich will das gar nicht weggeben an so einen Designer, sondern ich möchte eigentlich – zum Beispiel für meinen Social-Media-Auftritt – eine Linie haben, sodass ich wiedererkannt werde.“ Und mit denen arbeite ich dann, mit ihrem Corporate Design, das schon da ist. Und arbeite daran, dass die eine Strategie haben, Templates haben, Vorlagen haben, die sie selber bestücken können, weil das sonst keiner bezahlen kann. Stell Dir mal vor, Du musst jede Woche einen Grafik-Designer für drei Facebook-Posts bezahlen. Das kann niemand. Das machen übrigens große Unternehmen auch nicht.

An solchen Sachen arbeite ich. Das heißt, ich habe dadurch das Social-Media-Management mit drin, das, was ich über Gestaltung und Design weiß. Und ich habe eine Coaching-Begleitung, weil das manchmal eben wirklich auch zu tun hat mit dem Mindset, auch mit den Leuten, die sagen: „Darf ich das? Ich habe das doch gar nicht gelernt.“

Insofern: Angestellt hieß das immer „Nun konzentrieren Sie sich mal!“ Oder: „Wahrscheinlich kann die nichts richtig.“

War das schlussendlich auch der Punkt, der den Ausschlag gegeben hat, die Anstellung sausen zu lassen?

Naja, damals war es tatsächlich so: Die wollten meinen Vertrag nicht verlängern. Das war ein Unternehmen im öffentlichen Raum, wo mein Freigeist-Bedürfnis mit vielen Regularien aufeinander geprallt ist. Insofern: Ich war gar nicht böse, dass die das nicht verlängert haben. Aber es war der Punkt zu sagen: „Ich suche mir jetzt nicht einen anderen Job, sondern ich gucke mal, die Selbstständigkeit wieder herauszukramen.“

Als mein Kind klein war, hatte ich so ein Sicherheitsbedürfnis und habe gedacht: „Dann gehst Du in eine Anstellung.“ Aber wie viel anstrengender das für mich ist, das ist mir erst klar geworden, als ich durch war damit. Und ich bin sehr dankbar dafür, dass die meinen Vertrag nicht verlängert haben.

Wie hat Dein Umfeld darauf reagiert, als Du beschlossen hast, Dich selbstständig zu machen?

Mein Mann wusste ja, dass ich das schon mal war und ich bin auch thematisch am Anfang ein bisschen anders aufgestellt gewesen. Da war ich eher mit Marketing-Themen unterwegs. Diese Geschichte mit den Sketchnotes, das hat sich so eingeschlichen. Da bin ich heute noch meinem Umfeld dankbar, das gesagt hat: „Du, hör mal auf mit Deinem Bauchladen. Guck mal: Das ist eine Fähigkeit, die Du da hast. Die bau mal aus!“ Und das war mir gar nicht klar, weil es ja für mich so leicht war.

Das ist meine Botschaft an die, die an sich zweifeln: Bitte nehmt euch das, was einfach ist, was euch leicht fällt. Ja, man kann für alles, was einem leicht fällt, auch Geld nehmen.

Susanne Speer: Sketchnotes
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Ich glaube, das ist eine ganz wichtige Botschaft. Dass man nicht immer das Rad neu erfinden muss.

Nein, überhaupt nicht. Aber wahrzunehmen, dass da etwas ist, das mir leicht fällt und dass das trotzdem einen unglaublichen Wert für Leute hat, denen es nicht leicht fällt: Das hat ein bisschen gedauert. Dafür habe ich ein gutes Jahr gebraucht. Und dann habe ich einen Versuchsballon gestartet. Da hat mein Mann noch gesagt: „Bist Du sicher, dass Du mit so Gekritzel Geld verdienen kannst?“ Der hat mir aber den Raum gelassen, zu sagen, ich probier’s. „Wir nagen nicht am Hungertuch, deswegen geh mal gucken.“

Und was sagt er heute dazu, wenn er Dein Unternehmen sieht?

Heute ist er ganz stolz. Und er ist auch sehr froh, dass er sich da nicht eingemischt hat, weil er sagt: „Eigentlich hätte ich das gar nicht beurteilen können.“

Mittlerweile habe ich in meinem Kundenspektrum – und das finde ich ganz witzig – Unternehmen in der Größenordnung wie das, wo ich damals gearbeitet habe. Und größer. Die reagieren mit großer Dankbarkeit auf mich als Externe und ich manchmal denke ich mir ehrlich gesagt: Toll, dass ich die Seite des Schreibtischs gewechselt habe. Jetzt werde ich als Expertin wahrgenommen und nicht mehr als unkonzentrierte, sprunghafte Mitarbeiterin. Die freuen sich über meine Ideen, das ist manchmal eben auch die Schwäche von großen Unternehmen.

Gibt es Punkte, an die Du besonders gerne zurückdenkst? Zeiten, die besonders toll waren oder Aufträge, die Dir besonders viel Freude gemacht haben?

Tatsächlich mein allererster Sketchnote-Workshop. Den habe ich damals auch gar nicht hier bei mir in der Gegend gemacht, sondern in München. Also, das war immer so meine Idee.

Sketchnotes sind eigentlich nur eine Visualisierungstechnik. Also, genau genommen ist das eine Art zu denken. Und ich werde auch ganz oft gefragt: „Da muss man sicher auch sehr begabt sein.“ Ich habe jetzt eingesehen, dass ich oft genug sagen muss – den Mund fusselig – dass es nichts mit Begabung zu tun hat, sondern mit machen.

Wenn Du in so einem Workshop siehst, dass die morgens kommen und sagen „Ich kann nicht zeichnen“ und dann gehen die nachmittags raus und haben einen – zum Teil auch sehr langen – Zeitungsartikel strukturiert und zeichnerisch auch durchaus gelungen zusammengefasst und sagen: „Guck mal, ich kann das doch!“, dann macht mich das glücklich. Das war so ein Meilenstein für mich.

Sketchnote Definition
Sketchnote von Susanne

Das kann ich mir vorstellen. Umgekehrt: Welche Punkte gab es, die schwierig waren? Welche Hindernisse musstest Du überwinden?

Ich glaube, das Thema Preise ist tatsächlich so eine Geschichte. Ich habe mich im Laufe der letzten Jahre da durchaus auch entwickelt. Was tatsächlich schwierig ist, ist eben, von dem ersten Punkt zu sagen: „Okay, was mir leicht fällt, da muss ich ein Preisschild dran hängen. Obwohl es mir leicht fällt.“

Das ist vielleicht auch eine Mischung. Zum einen in einem kreativen Beruf, zum anderen als Frau auch immer wieder zu sagen: „Nein, das ist kein Hobby. Sondern ich bin Expertin für …“ Das erfordert ein bisschen prozesshafte Selbstentwicklung zu: Ich fühle mich auch als Expertin.

Das war nicht gleich so. Das heißt, das Preisschild war entsprechend kleiner. Und zu gucken: Wie schaffe ich das? Also, die Sorgen, wenn ich jetzt meine Preise erhöhe, dann will das keiner mehr kaufen. Diese Sorgen anstatt dem einen Wert entgegenzustellen.

Ich habe mir in der Zwischenzeit auch ein paar Dinge angeguckt, die mich sehr geprägt haben. Darf ich hier indirekt Werbung für jemanden und ein Prinzip machen?

Mach mal.

Wer mich da sehr weitergebracht hat, ist Benita Königbauer, die die deutsche Dependance für Profit First hat. Das ist ein Gedankenansatz, zu sagen: „Nee, Du wartest nicht, wenn Du einen Umsatz machst und ziehst Deine Kosten ab und alles, was Du bezahlen musst und guckst mal, ob was für Dich übrig bleibt“. Sondern das ist ein Wirtschaftsmodell, das aus den USA stammt, was das umdreht und sagt: „Du bist Unternehmer. Ohne Dich geht hier gar nichts. Und erstmal bezahlst Du Dich“.

Das war ganz wichtig für mein Finanz-Mindset und hat es mir auch viel leichter gemacht, zum Thema Preise anders zu denken. Nicht zu sagen: „Ich muss den Preis meinen Kunden, die jetzt meckern, anpassen“. Sondern gucken: Was hat das für einen Wert, was ich mache? Und vielleicht kommt auch dabei raus, dass Du eine ganz andere Kundschaft brauchst.

Ich habe nicht nur Konzernkunden. Ich freue mich über jeden kleinen Einzelunternehmer, mit dem ich arbeite. Aber ich habe eben auch Konzernkunden und bei denen ist das Thema Geld zum Beispiel nicht so schwierig. Die kaufen einen Wert ein.

Ich habe gesehen: Es gibt auch Leute, die bezahlen das. Okay. Und ich glaube auch noch nicht, dass ich in der Preisentwicklung da am Ende bin, weil: Da sind wir dann bei dem Thema Männer und Frauen. Männliche Kollegen nehmen zum Teil immer noch das Doppelte von dem, was ich nehme.

Krass, das Doppelte ist schon eine Hausnummer.

Sketchnotes mit Susanne Speer
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Es hauen ja auch nicht alle raus, was sie so nehmen, für was. Aber wenn ich das irgendwo lese, dann wundere ich mich und denke: „Okay, da darfst Du Dich noch mal ein bisschen größer machen“.

Es geht ja auch nicht darum, Leute über den Tisch zu ziehen. Aber ich finde eben das Thema Preise … Da habe ich auch tatsächlich mit vielen Frauen schon drüber gesprochen. Da kann ich immer nur empfehlen: Wer da Hemmungen hat, sucht euch Mastermind-Kollegen. Also, das wäre auch noch so ein Meilenstein. Masterminds. Leute, die nicht unbedingt aus derselben Branche kommen, sondern besser gar nicht. Die ein unheimlich toller Spiegel sind und wertschätzend. Regelmäßig als Sparrings-Partner zur Verfügung stehen. Und mal Dinge durchdenken, wo Du selber sagst: „Hm, ich weiß noch gar nicht, wie ich das jetzt mache. Mache ich das so oder so oder so?“

Ich höre aus Deinen Erzählungen heraus, dass Du sehr viel auf Hilfe von außen setzt. Ist das so?

Nein, nein, nein. Ich setze nicht viel auf Hilfe von außen, aber ich habe gelernt … Also, als ich das erste Mal selbstständig war, hatte ich noch die Idee, dass ich alles alleine machen muss. Da hatte ich aber auch noch keine Familie. Da war das noch nicht so wichtig, ob das jetzt eine 24-Stunden-Nummer ist. Das heißt, tatsächlich habe ich gelernt, dass ich in der Zeit, die ich zur Verfügung habe, effektiv sein darf und muss und möchte. Und das geht nur, wenn man auch einsieht, was man nicht gut kann.

Nun habe ich aber so ein Grundbedürfnis, Dinge auch zu verstehen. Wenn wir uns zum Beispiel über Buchhaltung unterhalten: Ich hasse Buchhaltung. Und ich hasse Zahlen. Und dennoch habe ich eine spezielle Konstellation: Ich mache meine Buchhaltung selber, komplett, vorbereitend. Mit Buchen auf alle Konten. Das hat den Effekt, dass ich verstehe, wie meine Zahlen aussehen, weil es mir ein Bedürfnis ist. Dann muss ich eben die Kröte schlucken, dass ich irgendwie auch lernen musste, wie das geht. Ich habe eine tolle Steuerberaterin, die sagt: „Okay, das passt schon. Ich berate Dich da, wo du nicht weiter weißt.“

Also, ich bin nicht angewiesen auf Hilfe von außen, sondern ich habe mir ein Netzwerk aufgebaut. Sag mir ein Thema und ich könnte Dir sagen, wen ich dafür fragen würde. Ich bin offener dafür geworden: Wer kann was und wer kann mir was erzählen?

Das meinte ich auch. Also dieses einfach ein bisschen offen nach außen sein und sich nicht so in seinen eigenen vier Wänden verschanzen und alles, was dort passiert, für sich behalten.

Ja, ich stolpere auch immer wieder über dieses „selbst und ständig“. Fakt ist natürlich: Das kannst Du messen, dass zumindest jeder Einzelunternehmer oder jede Einzelunternehmerin deutlich mehr Stunden macht. Wenn man also den Ertrag, den Netto-Ertrag, den Reingewinn nimmt und das runterbricht auf Stunden.

Ja, und es stört mich nicht. Ich mache meine Arbeit gerne und ich mache die meisten Sachen darum herum auch gerne. Aber es gibt schon Dinge, immer dann, wenn es um die Pflege von Deinem Unternehmen geht. Da haben mir zum Beispiel mein Angestelltendasein und auch verschiedene Ausflüge in Wirtschaftsbereiche geholfen, wo Leute als Unternehmensberater unterwegs waren. Die haben mir ganz klar beigebracht: Ein Teil der Zeit von einem gut funktionierenden Unternehmen muss immer in die Unternehmensentwicklung fließen. Das fällt bei unglaublich vielen Kleinunternehmern weg, weil die gar nicht mehr wüssten, wann die das noch machen sollten.

Was ist denn – abgesehen vom Geldverdienen – Dein Ziel mit Deinem Unternehmen? Hast Du eine Vision, die Du verfolgst?

Na klar. Meine Vision ist, dass im Jahr 2035 Sketchnotes ein Begriff ist, den jeder in der Bildung kennt, den jeder in Unternehmen kennt und dass es keinen Mittelständler gibt, wo nicht einer dabei ist, der das kann im Unternehmen, um die Kommunikation zu entrümpeln.

Meine Tochter wächst so ein bisschen damit auf. Das geht damit los, ein Referat zu erarbeiten. Zu zeigen, wie man eine ordentliche Mind-Map macht und zwar zu Fuß. Denn diese Art, das aufzuzeichnen – nicht nur so Icons aus einer PowerPoint-Bibliothek zu nehmen – macht etwas mit Deinen Gedankengängen. Das heißt, erstmal wirst Du, um Lösungen zu entwickeln – für im Übrigen alle Kontexte – deutlich schneller. Und es birgt in sich die Möglichkeit, dass Du Dich nicht an einzelnen Begriffen festhältst, weil der eine es anders formulieren würde. Also, Du hast erstmal visuell einen gemeinsamen Kontext, über den Du Dich unterhalten kannst. Egal, wie kompliziert Dein Thema ist.

Hast Du Mitstreiter, die an dieser Vision gemeinsam mit Dir arbeiten, oder versuchst Du, das alleine in die Welt zu tragen?

Was heißt „Mitstreiter“? Es gibt in kaum einem anderen europäischen Land so eine große Sketchnoter-Szene wie in Deutschland. Da gibt es regelmäßige Bar-Camps, Treffen, eine recht große Szene. Und ein paar von denen – und dazu gehöre ich auch – schielen ein bisschen neidisch nach Frankreich, denn die Sketchnote-Szene dort kommt weitgehend aus der Bildung. Da haben wir noch ein bisschen was zu tun, wenn wir es zu Lehrern bringen wollen.

Ich habe tatsächlich dieses Jahr den ersten Workshop gemacht, in einer Hamburger Berufsschule. Da geht noch ein bisschen was. Aber die Gemeinde ist groß, die das in die Welt trägt.

Bei jedem Firmenkunden, wo die Leute aus einem Workshop rausgehen und sagen „Oh, ja, ich kann das und das macht für uns im Team Sinn!“, habe ich wirklich das Gefühl, ich tue etwas Wichtiges in der Welt, weil ich Leuten Nerven und Zeit spare.

Ich glaube, das ist ganz wichtig, dass man dieses Gefühl hat, etwas Sinnvolles zu tun. Ich in meinem Angestelltenverhältnis hatte dieses Gefühl nicht und das war für mich so ein Punkt, warum ich mich selbstständig gemacht habe. Weil ich was mit Sinn machen wollte. Und ich sehe dann bei Dir auch, dass da sofort das Lächeln auf dem Gesicht erscheint.

Davon abgesehen, dass als Angestellte natürlich der Aufgabenbereich ganz klar begrenzt ist, war auch kein Platz, mal etwas zu probieren oder mit irgendwas zu spielen. Ich kann als Selbstständige mit meinen Formaten spielen, kann gucken, was ich da so mache und wie ich das mache und was gut ankommt. Und kann mit Resonanz ganz gut spielen.

Stell Dir mal vor, Du würdest Dich selber in der Gründungsphase treffen und Du könntest Dir einen weisen Ratschlag geben. Welcher wäre das?

Einen weisen Ratschlag, das ist aber wirklich eine harte Frage. Konzentrier Dich auf das, was Du leicht und gerne tust. Ich muss da leider noch mal drauf zurück kommen. Ich bin wirklich einen Umweg gegangen, bis ich da angekommen bin. Und so einfach, wie das klingt, so schwer ist das. Das darf auch dauern. Du darfst auch mit etwas starten, was Dir noch nicht ganz so leicht fällt. Oder was Du noch nicht ganz so gerne tust. Aber das muss das Ziel sein, weil das das ist, wofür Du morgens aufstehst. Warum ich auch Dinge mache, die mir keinen Spaß machen.

Vielen Dank für das Interview, Susanne!

Möchtest Du, liebe*r Leser*in, noch mehr Geschichten von anderen Selbstständigen hören? Dann schau doch mal in das Interview mit der spirituellen Mentorin Eleni Iatridi oder das Gespräch mit dem Leipziger Modelabel fuxandfriends hinein.

Oder willst Du selbst andere Selbstständige mit Deiner Geschichte inspirieren? Dann nimm Kontakt zu mir auf und wir vereinbaren einen Interview-Termin. Ich freue mich darauf!

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