Suchmaschinen einfach erklärt
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Letzte Woche rief mich meine Mutter an. Ein seltsamer Einstieg für einen Blogartikel, nicht wahr? Tja, aber dieser Anruf hat mich schwer ins Grübeln gebracht und ist Auslöser für den Text, den ich nun hier mit Dir teile.

Meine Mutter erzählte mir, ihre Website werde nicht gefunden. Deshalb habe sie gegoogelt, was man da machen könne und da habe es geheißen, ihre Website müsse von Google gekrault werden. Das löste bei meiner Mutter große Verwirrung aus. Warum krault Google denn jemanden? Und: „Wie bringe ich Google dazu, dass es mich auch lieb hat?“

Zugegeben: Im ersten Moment musste ich mir das Grinsen verkneifen. Dann aber sickerte die Erkenntnis zu mir durch, dass das ganze Thema nicht so selbstverständlich ist wie ich immer annehme. Ich bin mit dem Internet und seinen Eigenheiten aufgewachsen und habe vieles ganz nebenbei gelernt. Meine Mutter hingegen muss sich alles mühsam erarbeiten.

Suchmaschinenoptimierung – für viele ein Buch mit sieben Siegeln

Wenn ich nun einen Schritt zurücktrete und versuche, aus der Lai*innenperspektive auf das Thema Suchmaschinenoptimierung zu schauen, merke ich, wie schwierig es ist, einen Einstieg zu finden. Es gibt so viele Begrifflichkeiten, die man zuerst verstehen muss. Bei der Recherche kommt man vom Hundertsten ins Tausendste. Was bedeutet die Abkürzung „SEO“? (Schnelle Antwort vorab: „Search Engine Optimization“ – also nichts anderes als Suchmaschinenoptimierung) Was sind Keywords? Was ist mit Usability gemeint und was mit Verweildauer? Was genau sind eigentlich Suchmaschinen? Was machen sie? Wie entscheiden sie, welche Websites Nutzer*innen weit vorne angezeigt werden und welche nicht? Und dann eben, ganz zum Schluss: Was kann ich tun, um dieses System möglichst effektiv für mich zu nutzen?

Auf die letzte Frage gehe ich in Blogartikeln, Newslettern, sozialen Medien und persönlichen Beratungen regelmäßig ein. Die Grundlagen, die für das Verständnis einerseits und eine erfolgreiche Umsetzung aller Ratschläge andererseits essentiell sind, kommen aber oft zu kurz. Heute erhalten sie deshalb einen Blogartikel ganz für sich allein.

Das Ziel der Suchmaschinen

Als Nutzer*in des Internets hast Du die Wahl zwischen etlichen verschiedenen Suchmaschinen. Da sind zum Beispiel Bing, DuckDuckGo oder Ecosia. Der Marktführer ist nach wie vor Google. Im Jahr 2018 wurden in Deutschland fast 96 Prozent aller Suchanfragen darüber gestellt. Deshalb verwende ich „Google“ auch gern als Synonym für Suchmaschinen.

Glücklicherweise müssen wir uns nicht in jede Suchmaschine einzeln einfuchsen. Sie alle haben ähnliche Ziele und Arbeitsweisen. Natürlich gibt es hier und da Unterschiede, die Grundlagen sind aber überall gleich. Lass uns also ruhig Google als Beispiel heranziehen.

Um Suchmaschinen und ihr Vorgehen verstehen zu können, musst Du Dir bewusst machen, dass sie Dienstleister sind. Googles Ziel ist, seinen Nutzer*innen die bestmöglichen Ergebnisse für ihre Suchanfragen zu liefern. Den Gedanken dahinter kennst Du sicher aus Deinem eigenen Unternehmen: Nur wenn Kund*innen zufrieden sind, kommen sie wieder und/oder empfehlen Dich ihren Bekannten. Auch Google hat natürlich kein Interesse daran, Nutzer*innen an die Konkurrenz zu verlieren. Zentral für Suchmaschinen ist aus diesem Grund:

  1. zu erkennen, warum ihre Nutzer*innen überhaupt eine Suchanfrage stellen, was sie also wissen, tun, lernen oder kaufen wollen und
  2. passende Ergebnisse anzuzeigen, die die Bedürfnisse der Nutzer*innen befriedigen.

Wie Suchmaschinen das Internet durchsuchen

Um Suchergebnisse liefern zu können, die den Nutzer*innen und ihren Ansprüchen gerecht werden, durchsucht Google stetig das Internet, scannt Webseiten und indexiert sie. Das heißt, Google ergründet, worum es auf einer Seite geht und was man dort tun kann. Die Ergebnisse hält es in einer Art Online-Kartei fest. Dazu nutzt es sogenannte Crawler (das ist übrigens das Wort, das meine Mutter als „kraulen“ aufgefasst hat).

Du kannst Dir Crawler als kleine Roboter vorstellen, die Webseiten untersuchen. Sie bewegen sich durchs Internet, indem sie Links folgen. Wenn es auf Deiner Website also Links gibt, kommen die Crawler darüber auf die nächste Seite, die sie analysieren können. Und umgekehrt: Wenn eine andere Seite auf Dich und Dein Unternehmen verweist, können die Suchroboter zu Dir gelangen. Bestenfalls kommen die Crawler alle paar Wochen erneut vorbei, um zu sehen, ob sich in der Zwischenzeit etwas auf Deiner Seite verändert hat.

Nur, wenn die Crawler Deine Website finden und untersuchen können, taucht Deine Website überhaupt in den Suchergebnissen von Google und Co. auf. Und nur, wenn Deine Website Google gefällt, wird sie in den Suchergebnissen weit oben angezeigt. Weil Suchmaschienen wie gesagt Dienstleister sind, finden sie vor allem Gefallen an Websites, die bei Leser*innen beliebt sind.

Für Dich bedeutet das, dass Du Deine Website weniger auf Dich und Deine eigenen Bedürfnisse ausrichten solltest als mehr auf Deine Leser*innen und damit auch die Suchmaschinen. Denn sonst wird sie nicht gefunden und wenn sie nicht gefunden wird, kann sie Dir keine Kund*innen bringen.

Webtexte schreiben ist eine Gratwanderung

Das führt uns zu einem der komplexesten Punkte beim Erstellen einer Website. Natürlich sollst Du selbst Dich mit Deinem Online-Auftritt wohlfühlen. Er muss so gestaltet sein, dass er Dir entspricht und zu Deiner Persönlichkeit und Deinen Werten passt. Du solltest Dich nicht unsicher damit fühlen oder Dich gar schämen, sondern selbstbewusst und stolz mit Deiner Website in die Welt hinaustreten.

Auf der anderen Seite ist Deine Website eben nicht wirklich für Dich gedacht, sondern für Deine Kund*innen. Sie sollten sich gern dort aufhalten, sich verstanden fühlen und Informationen finden, die ihnen helfen, ihre Probleme zu lösen oder ihre Bedürfnisse zu stillen. Und dann sind da eben noch die Suchmaschinen, die aus den oben genannten Gründen auch mit Deiner Website zufrieden sein müssen und sich hier und da über eine Extrawurst freuen.

Was Suchmaschinen mit Bienen zu tun haben – und wie Du das für Dich nutzt

Stell Dir vor, Du bist Landwirt*in und Deine Website ist Dein Feld. Die Suchmaschinen sind Bienen. Du brauchst Bienen auf Deinem Feld, damit sie die Pflanzen bestäuben und so dafür sorgen, dass Du später etwas ernten kannst. Bienen mögen bestimmte Pflanzen besonders gern – Kugeldiesteln zum Beispiel.

Natürlich kannst Du sagen: „Ich mag Brokkoli. Also pflanze ich mein ganzes Feld voll damit.“ Das ist okay. Es ist Dein Feld. Du kannst damit tun, was immer Du möchtest. Dir sollte dabei aber bewusst sein, dass Brokkoli bei Bienen eben nicht sehr beliebt ist. Wenn Du das komplette Feld ausschließlich mit Brokkoli bestückst, werden viele der Insekten einfach vorbeifliegen.

Du könntest Dein Feld auch von oben bis unten mit Kugeldiesteln bebauen. Das würde die Bienen freuen – sie würden sich auf Dein Feld stürzen und am nächsten Tag noch ihre Freunde mitbringen. Es ist aber gut möglich, dass Du damit nicht glücklich wirst – schließlich wolltest Du eigentlich massenhaft Brokkoli produzieren. Und Deine Kund*innen erwarten von Dir wohl auch eher Gemüse als Blumen. Was tun?

Nun, in der Regel bietet es sich an, eine gesunde Mischung zu finden. Baue Brokkoli an, wie Du es Dir wünschst – und setze ein paar Kugeldiesteln dazwischen oder ringsherum. So kommen alle Beteiligten auf ihre Kosten.

Was Suchmaschinen mögen

Werden wir konkret: Was bedeutet die Bienenmetapher für Dich? Wie gesagt: Du sollst und musst Dich mit Deiner Website wohlfühlen. Wenn Du aber gefunden werden und neue Kund*innen anlocken möchtest, sollten die Suchmaschinen nicht zu kurz kommen. Du musst nicht Deinen kompletten Online-Auftritt auf sie ausrichten, aber Du solltest ihnen zumindest etwas anbieten.

Suchmaschinenoptimierung verständlich erklärt

Worauf legen Suchmaschinen also Wert? Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Wie bereits erwähnt, durchsucht Google Deine Website. Dabei nimmt es mehr Dinge zur Kenntnis als man zuerst glauben könnte. Manche Faktoren sind Google wichtiger als andere. Schlussendlich sind alle gemeinsam entscheidend dafür, wie weit oben Deine Website in den Suchergebnissen auftaucht. Alle dieser sogenannten Ranking-Faktoren hier aufzulisten, würde zu weit führen, denn es gibt Hunderte davon. Wie genau Google die einzelnen Punkte in seiner Bewertung gewichtet, hält das Unternehmen geheim. Es gibt aber einige Anhaltspunkte.

Sicher ist: Besonders wichtig sind gute Inhalte (oft auch als „Content“ bezeichnet). Du weißt ja: Google ist Dienstleister und will seinen Nutzer*innen das bestmögliche Ergebnis zu ihrer Anfrage zeigen. Das heißt, auch Du solltest Dich darauf fokussieren, Deinen Leser*innen den Aufenthalt auf Deiner Website so angenehm wie möglich zu machen. Je wohler sich Leser*innen auf Deiner Website fühlen, desto länger werden sie sich dort aufhalten. Diese sogenannte Verweildauer nimmt wiederum Google zur Kenntnis.

Die Logik dahinter ist simpel. Wenn viele Menschen lange auf Deiner Website bleiben, denkt Google: „Cool, das muss ja eine tolle Seite sein! Wenn alle die so toll finden, zeige ich sie doch gleich noch mehr meiner Nutzer*innen.“ Wenn hingegen viele Menschen Deine Website schon nach wenigen Sekunden wieder verlassen, kommt Google zu dem Schluss: „Oha. Offenbar gefällt den Leuten diese Seite nicht, sonst würden sie wohl kaum so schnell wieder verschwinden. Da zeige ich meinen Nutzer*innen lieber etwas anderes.“

Wie Du Leser*innen auf Deiner Website hälst

Es gibt diverse Möglichkeiten, Deine Website für Leser*innen attraktiv zu gestalten und viele werden von Google wohlwollend zur Kenntnis genommen und honoriert. Einige Kernpunkte, die Du umsetzen kannst:

  • verpasse Deiner Website ein ansprechendes Design
  • stelle Inhalte zur Verfügung, die Deinen Website-Besucher*innen weiterhelfen, sie informieren, unterhalten oder die Lösung für ein Problem liefern
  • verfasse gute, authentische Texte (gerne zeige ich Dir in einem individuellen Coaching, wie das geht oder schreibe Deine Webtexte einfach gleich für Dich)
  • mache die Nutzung Deiner Website für Leser*innen so angenehm wie möglich. Achte also zum Beispiel darauf, dass Deine Website übersichtlich ist und die Schrift sich gut lesen lässt (ausreichende Schriftgröße, passender Zeilenabstand, Text nicht zu breit etc.). Der Fachbegriff für diese Nutzer*innenfreundlichkeit lautet „Usability„.
  • baue Bilder, Videos und/oder Audios ein
  • sorge dafür, dass Deine Website schnell lädt, denn nichts ist langweiliger als eine Seite, die sich ewig nicht richtig aufbaut 😉
Suchmaschinenoptimierung (SEO) Checkliste

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