Sprachgeschichte ist eine spannende Sache. Manchmal verändern sich Wörter über Jahrhunderte hinweg wenig bis gar nicht, sodass man ihre Geschichte wunderbar zurückverfolgen kann. In anderen Fällen können wir nur mutmaßen, wie sie einst den Weg in unsere Köpfe gefunden haben. 

Im Mai waren Goldwörter aus beiden Kategorien dabei. Aber sieh selbst:

Eine Kladde ist ein Schmierheft.

Auf Instagram habe ich jüngst erzählt, dass ich großer Fan von Kladden bin. Und wie so oft fragte ich mich dabei: Was ist das eigentlich für ein seltsames Wort?

Sein Ursprung liegt im Mittelniederländischen. Der Begriff „cladde“ bezeichnete Schmutz oder simple Schmierereien.⁣

Es liegt also die Vermutung nahe, dass schon damals die Kladde mit großer Vorliebe für erste Entwürfe und Ideen genutzt worden ist. ⁣

An norddeutschen Schulen wird auch heute noch die Kladde vom „Reinschriftheft“ unterschieden. ⁣

Schabernack: Bedeutung und Herkunft

Schabernack ist ein übermütiger Streich oder Scherz.

Was ein modisches Accessoire mit dem Wort „Schabernack“ zu tun hat? Hier kommt die Auflösung:⁣⁣
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Ein „Nackenschaber“ – oder mittelhochdeutsch auch „schavernac“ – war im 14. Jahrhundert ein Winterhut, der gehörig im Nacken kratzte. ⁣

Wen es stundenlang gejuckt und gepiekt hatte, überkamen irgendwann die schlechte Laune – und offensichtlich auch durchtriebene Gedanken und der Drang, sich durch ein paar Streiche abzureagieren.⁣⁣
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Das ist zumindest eine Theorie. Abschließend geklärt ist die Herkunft dieses Goldwortes nämlich leider nicht.

Opulent: Bedeutung und Herkunft

Opulent bedeutet üppig beziehungsweise reichlich.

Den Römern wird häufig ein Leben in Saus und Braus nachgesagt. Feuchtfröhliche Feiern waren aus finanziellen Gründen aber meist der Oberschicht vorbehalten. ⁣

Dort ging es dann oft richtig rund: ein überbordendes Speisen- und Getränkeangebot, Schauspiel, laute Musik und Tanz – welch ein opulentes Leben!⁣ 🍷🍗👨‍🎤

Und richtig: „opulentus“ bedeutete schon im Lateinischen so viel wie „üppig“ oder „reichlich“. ⁣

Interessant finde ich auch, dass vor dem Adjketiv „opulentus“ das Substantiv „ops“ bekannt wurde. Das stand für Vermögen und Macht und damit auch wieder in Zusammenhang mit besagtem Lebenstil.⁣

Marodieren: Bedeutung und Herkunft

marodieren: als Nachzügler einer Truppe plündern

Ein Marodeur war im Krieg ein übler Bursche: Meistens war er durch eine Krankheit oder eine Verletzung untauglich und deshalb ausgemustert worden. Getrieben von seiner Ausgrenzung plünderte er, erpresste, stahl und mordete. Kurz: Er marodierte.⁣

Häufig schlossen sich Marodeure in Banden zusammen, da es für sie allein keinen anderen Weg gab, zu überleben. ⁣Besonders im Dreißigjährigen Krieg waren viele dieser Banden unterwegs.⁣

Der Begriff „Marodeur“ selbst leitet sich vom französischen „maraude“ ab, was so viel wie „Felddiebstahl“ bedeutet. ⁣

Heute wird das Verb „marodieren“ noch manchmal in abgewandelter Form verwendet, wenn jemand oder etwas umherwütet und eine Schneise der Zerstörung hinterlässt.⁣

Übrigens stammt auch das uns geläufige Adjektiv „marode“ aus dieser Ecke. Bestimmt kennst auch Du mindestens ein Haus in Deinem Ort, das so richtig heruntergekommen – also marode – ist, oder?⁣

Über welches Wort möchtest Du einmal mehr erfahren?⁣ Verrat es mir in den Kommentaren und ich mache mich ans Recherchieren!

Jane Schmidt

Jane Schmidt

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