Diesen Monat wird es besonders spannend: Ich habe Dir ein Wort mitgebracht, das es vielleicht gar nicht gibt, eines, das mit Waffeln zu tun hat, aber gar nicht danach klingt und eines, dessen Urform ich schöner finde als die heutige. Und dann haben die Goldwörter Mitte Juni auch noch ein neues Design bekommen. Verrat mir doch mal, wie Du es findest! Aber erst kommen wir natürlich zu den Wortgeschichten:

Remmidemmi bedeutet buntes Treiben oder großer Trubel.

Die Geschichte des Wortes „Remmidemmi“ ist einleuchtend und birgt einen weiteren Wortschatz: Vermutlich handelt es sich nämlich um eine Weiterentwicklung des zauberhaften Wortes „Rammerdammer“. So nannte man früher den Steinmetz oder Pflasterarbeiter, der mit gehörigem Lärm sein Werkzug aufprallen ließ. ⁣

Die weitere Entwicklung folgte wahrscheinlich über das norddeutsche Verb „rementen“, was so viel wie „Unruhe verbreiten“ oder „Lärm machen“ bedeutet. ⁣

Spannend, oder? Ich persönlich wünsche mir ja, auch Rammerdammer irgendwann irgenwo mal sagen zu können … Allein der Klang ist ein Fest! Ich halte also die Augen nach Gelegenheiten offen.

Pampig: Bedeutung und Herkunft

Pampig bedeutet patzig beziehungsweise in grober Weise frech.

Die gute alte „Matschepampe“ kennen wir wohl alle noch aus unseren Sandkastenzeiten.

Der Begriff „Pampe“ stammt aus dem Niederdeutschen und bedeutet im Grunde genommen nichts anderes als „Brei“.

Wenn nun jemand seine Antwort unmotiviert, vielleicht auch latent aggressiv, wie einen Brei „hinklatschte“, wurde er als pampig bezeichnet.

Auch heute wird dieses Goldwort noch gern verwendet. Kein Wunder, so kurz und doch aussagekräftig wie es ist.

Lotterwenstig: Bedeutung und Herkunft

Lotterwenstig bedeutet widerspenstig.

„Lotterwenstig“ ist ein Wort, dass meine Oma gern verwendet.

Ich mag es sehr und deshalb steht es schon ewig auf meiner Goldwort-Liste. Das Problem ist nur: Das Wort scheint es gar nicht zu geben. Auf Google gibt es keinen einzigen Eintrag. Auch meine schlauen Bücher kennen es nicht.

Wir erleben jetzt also ein absolutes Novum: Ich kann Dir nichts Sicheres über die Herkunft des Wortes sagen.

Meine Oma verwendet es dann, wenn jemand sich gegen etwas sträubt, also widerspenstig ist. Meistens werden meine Schwester und ich mit diesem Wort bedacht, aber es lässt sich auch wunderbar streunenden Katzen oder sperrigen Fahrradkörben entgegenschleudern.

Da meine Oma im Grenzgebiet zwischen Thüringen und Bayern aufgewachsen ist, genau zwischen Erfurt und Bamberg, und auch ihre Vorfahren aus dieser Ecke kommen, nehme ich an, dass „lotterwenstig“ dort seinen Ursprung hat. Aber wer weiß …

So oder so finde ich es viel zu schön, um es nicht zu verwenden. 😆 Oder was meinst Du?

Vermaledeien: Bedeutung und Herkunft

Vermaledeien bedeutet, jemanden zu verfluchen.

Dieses Goldwort hat einen langen etymologischen Weg hinter sich:⁣

Es stammt vom altdeutschen Verb „maledeien“ ab. Dieses wiederum setzt sich aus den lateinischen Wörtern „malus“ (= schlecht) und „dicere“ (= sprechen) zusammen. ⁣

Wortwörtlich übersetzt bedeutet „vermaledeien“ also „schlecht sprechen“. Damit könnte natürlich auch jemand gemeint sein, der sich mündlich nicht gut begreiflich machen kann …

Tatsächlich wird das Wort heute aber verwendet, um jemanden zu verfluchen beziehungsweise zu verwünschen. Daher kommt auch der veraltete Ausruf „Vermaledeit!“ 🤓

Verhohnepipeln: Bedeutung und Herkunft

Verhohnepipeln bedeutet, etwas ins Lächerliche zu ziehen oder jemandem einen Bären aufzubinden.

„Verhohnepipeln“ ist ein Begriff, den wir hier in Sachsen sehr gern verwenden. ⁣Er bedeutet so viel wie „etwas ins Lächerliche ziehen“ oder „lächerlich machen“. Und seine Herkunftsgeschichte finde ich super. Pass auf:⁣

Im 16. Jahrhundert zogen in Niedersachsen die sogenannten „holen Hippen“ mit ihren Wagen von Haus zu Haus. Im Gepäck hatten sie köstliche Waffeln, die sie den Menschen aufschwatzen wollten.⁣

Das war häufig ein undankbares Geschäft. So kam es, dass die Verkäufer:innen gern einmal lauthals über ihre Kundschaft lästerten – irgendwo musste der Unmut ja schließlich hin. ⁣

Wie die holen Hippen über ihre Kundschaft wirklich dachten, wussten bald alle in der Stadt. ⁣

Im Laufe der Jahre etablierte sich darüber das Verb „verhohnepipeln“. In Sachsen wird es heute zum Beispiel dann verwendet, wenn jemand etwas Freches tut oder sagt: „Du willst mich wohl verhohnepipeln?!“⁣

Über welches Wort möchtest Du einmal mehr erfahren? Schreib es mir in die Kommentare!

Jane Schmidt

Jane Schmidt

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