Grafik Goldwörter der Woche

Im August bin ich auf viele Wörter gestoßen, um die sich spannende Entstehungslegenden ranken. Nicht alle davon sind bewiesen – aber spannend sind sie in jedem Fall. Natürlich stelle ich Dir aber auch die wahrscheinlicheren Geschichten vor. 😉

Boykott: Substantiv, maskulin, Bedeutung: Ausschluss von wirtschaftlichen, politischen oder sozialen Beziehungen

Manchmal lässt sich die Geschichte eines Wortes nicht mehr eindeutig zurückverfolgen. So ist es auch bei Quiz. Aber es gibt eine schöne, inspirierende Geschichte dazu:

Im 18. Jahrhundert lebte in Dublin ein Theaterdirektor namens Mr. Daly. Er war bekannt dafür, gerne mal zu zocken. Besonders hatten es ihm die Wetten mit seinen Karten-Spiel-Kumpanen angetan.

Angeblich schloss er 1791 folgende Wette ab: Er wollte innerhalb eines einzigen Tages ein neues Wort in der englischen Sprache verankern.

Alle ließen sich darauf ein, denn es schien unmöglich, dass Daly das schaffen konnte.

In der Nacht schlich sich Mr. Daly, bewaffnet mit etwas Kreide, in die Straßen Dublins und schrieb an alle Wände, die er finden konnte, das Wort „QUIZ“. Das hatte er sich vorab ausgedacht.

Als es Morgen wurde, und die Bewohner aus ihren Häusern kamen, sahen sie in der ganzen Stadt dieses ihnen völlig unbekannte Wort. Obwohl keiner wusste, was es bedeutete, redeten alle darüber.

Mr. Daly hatte seine Wette gewonnen. Und weil das Wort mit etwas Rätselhaftem verbunden wurde, etablierte es sich bald für ein Spiel, bei dem man Fragen beantworten muss.

Ich wünschte, diese Geschichte wäre wahr. Vielleicht ist sie es auch – ausschließen können wir das nicht. Aber es gibt noch zwei andere, rationalere Theorien und die halte ich leider für wahrscheinlicher:

1. „Quiz“ kommt vom englischen Wort question. Die Abkürzung war „ques“. Später wurde daraus erst „quis“ und dann eben „quiz“.
2. Das Wort stammt von latenischen Frage „Qui es?“ ab, die „Wer bist Du?“ bedeutet.

Welche Variante stimmt, werden wir wahrscheinlich niemals wissen. Aber die erste Möglichkeit finde ich eindeutig am schönsten. Und Du?

Karambolage: Bedeutung und Herkunft

Drollig, Adjektiv, Bedeutung: niedlich, belustigend

Das schöne Wort „Karambolage“ hat gleich zwei Bedeutungen mit unterschiedlichen Geschichten. Pass auf:

Klassisch ist mit „Karambolage“ heute meist ein Zusammenstoß von Fahrzeugen gemeint. Seltener bezeichnet das Wort auch einen heftigen Streit. Es leitet sich vom französischen Verb „caramboler“ ab, was ebenfalls so viel wie „zusammenstoßen“ bedeutet.

Übrigens gibt es auch ein deutsches Verb dazu: „karambolieren„. Das sollte man viel häufiger verwenden, ernsthaft. Es klingt so wunderbar! 😍

Naja, kommen wir zu Geschichte 2:

Seit 1980 versteht man unter einer Karambolage oder einer Karambol auch eine spezielle Variante des Billardspiels. Dabei wird mit lediglich drei Kugeln gespielt. Die Kugeln unterscheiden sich vor allem in ihrer Optik und Größe vom klassischen Billardspiel.

Angeblich wurde der Begriff „Karambolage“ in diesem Zusammenhang vom portugiesischen „carambola“ abgeleitet, was so viel wie „Sternfrucht“ bedeutet. Die Sternfrucht erinnert nämlich an die rote Billardkugel in dieser Spielversion.

Ich selbst spiele schlecht, aber gern Billard, an eine Karambol habe ich mich aber noch nicht gewagt. Wie sieht es bei Dir aus?

Trivialität: Bedeutung und Herkunft

Pillepalle, Substantiv, Neutrum, Bedeutung: Kleinkram, Unwichtiges

An das Wort „trivial“ muss ich immer denken, wenn meine Nachbarin mich in Smalltalk verwickelt. Nett, aber belanglos. Und heute habe ich endlich mal Zeit, mir die Herkunft dieses Wortes näher anzusehen.

Ursprünglich bezeichnet das lateinische „trivium“ eine Zusammenführung von drei verschiedenen Straßen. An so einem Verkehrsknoten wurden meist Märkte angesiedelt und weil da alle uneingeschränkt hingehen konnten, entwicktelte sich für das Wort „trivialis“ die Bedeutung „gewöhnlich, für jedermannn zugänglich, allgemein bekannt“.

Bis heute hat sie sich nicht nennenswert verändert.

Wie stehst Du eigentlich zum Thema Smalltalk? Ich muss gestehen, dass er mich meistens nervt. Ich unterhalte mich lieber gar nicht als nur Trivialitäten auszutauschen.

Handicap: Bedeutung und Herkunft

Die Leviten lesen, Redewendung, Bedeutung: maßregeln, jemanden rügen

Ist Dir schon mal aufgefallen, dass das Wort „Handicap“ sich eigentlicht aus drei kleineren Wörtern zusammensetzt?

Dröseln wir es auseinander, erhalten wir die englischen Wörter „Hand“, „in“ und „cap“ – also wortwörtlich die Hand in der Mütze.

Dabei handelt es sich um ein Glücksspiel des 17. Jahrhunderts. Die Regeln sind ein bisschen kompliziert, aber ich versuch’s mal:

Beteiligt an „Hand in cap“ waren immer drei Personen. Zwei davon wollten Objekte austauschen. Die dritte fungierte als Schiedsrichter:in.

Der:die Schiedsrichter:in begutachtete die beiden Objekte und bestimmte ihren Wert. Die Person mit dem weniger wertvollen Gegenstand musste die Differenz in Geld ausgleichen.

Vor jeder Spielrunde steckten alle drei Teilnehmer:innen einen identischen Geldbetrag in einen Topf oder einen Hut. Die beiden Spieler:innen mussten anschließend gleichzeitig ihre Hände wieder hervorziehen und dabei entscheiden, ob sie den Tausch tatsächlich eingehen wollten. Öffneten sie ihre Hand, stimmten sie dem Tausch zu, formten sie eine Faust, lehnten sie ihn ab.

Trafen beide Spieler:innen die gleiche Entscheidung, wurde der Tausch entsprechend vollzogen oder nicht. Das Geld im Hut ging an den:die Schiedsrichter:in. Stimmte nur ein:e Spieler:in dem Tausch zu, bekam sie das Geld im Hut.

Bitte frag mich nicht nach dem Sinn und Zweck dieses Spiels. Einigen wir uns einfach darauf, dass Menschen manchmal seltsam sind.

Das, was für uns an dieser Stelle wichtig ist, ist folgende Erkenntnis: Vor dem Spiel wurde ein Ausgleich zwischen dem teureren und dem günstigeren Tauschgegenstand hergestellt. Im 18. Jahrhundert wurde dieses Prinzip in den Pferderennsport übertragen. Das beste Pferd musste dann zum Beispiel zusätzliche Gewichte tragen, um Chancengleichheit herzustellen.

Erst ein weiteres Jahrhundert später ging das Wort „Handicap“ allmählich in den allgemeinen Sprachgebrauch über wie wir ihn heute kennen.

Gibt es ein Wort, bei dem Du Dich schon immer gefragt hast, woher es stammt? Schreib es mir in die Kommentare und ich recherchiere!

Jane Schmidt

Jane Schmidt

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