Die Zeit der Corona-Pandemie war vermutlich für uns alle eine aufregende und in der einen oder anderen Form anstrengende. So auch für mich: Monatelang arbeitete ich nachts oder neben meiner zweijährigen Tochter, während neben uns der Bi-Ba-Butzemann in Dauerschleife lief. Puh! 

In all dem Trubel hatten meine Goldwörter ehrlich gesagt keine Priorität. Aber jetzt liefere ich sie einfach nach. Und es wird spannend: Alle vier Wörter aus dem April haben sehr schöne Herkunftsgeschichten, wie ich finde.

Los geht’s:

Boykott: Substantiv, maskulin, Bedeutung: Ausschluss von wirtschaftlichen, politischen oder sozialen Beziehungen

Stell Dir vor, Du bist so unbeliebt, dass die Menschen ein eigenes Wort für Dich erfinden – und es noch Jahrhunderte später verwenden. Du glaubst nicht, dass so etwas passieren kann? Dann pass mal auf:

Im 19. Jahrhundert lebte ein Mann namens Charles Cunningham Boycott. Er war britischer Hauptmann und Gutsverwalter – und einer dieser Zeitgenossen, denen man gern mal links und rechts ein paar dachteln möchte.

Boycott machte sich in Irland durch seine Strenge und Arroganz solch einen schlechten Namen, dass ihm nicht nur alle Arbeitskräfte wegliefen, sondern auch jegliche Geschäftsbeziehungen mit ihm gebrochen wurden.

1880 beschloss sogar die Irische Landesliga – eine Organisation, die sich für die Rechte der Bauern einsetzte –, dass jegliche wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Gutsverwalter verweigert werden konnte. Boycott verließ daraufhin das Land.

Heute steht der Begriff „Boykott“ noch immer für einen friedlichen wirtschaftlichen Widerstand.

Drollig: Bedeutung und Herkunft

Drollig, Adjektiv, Bedeutung: niedlich, belustigend

Weißt Du, was die berühmten Gargouilles – die Wasserspeier-Figuren an der Notre-Dame – und das Wort „drollig“ gemeinsam haben?

Hier kommt die Auflösung:

Das Wort „drollig“ leitet sich vom französischen „drôle“ ab, was so viel wie lustig oder komisch bedeutet.

Eine „Drolerie“ war im Mittelalter eine übertriebene Darstellung von Menschen, Fabelwesen oder Tieren, also nichts anderes als eine Karikatur.

Die heute bekanntesten Drolerien findest Du in gotischen Kirchen. Als Wasserspeier oder Verzierung von Chorgestühlen treiben sie dort ihr Unwesen.

Ob die auffälligen Fratzen an der Notre-Dame auf Dich wirklich drollig wirken, darfst Du natürlich selbst entscheiden. 😉

Pillepalle: Bedeutung und Herkunft

Pillepalle, Substantiv, Neutrum, Bedeutung: Kleinkram, Unwichtiges

Hast Du Dich mal gefragt, woher der Ausdruck „Das ist doch Pillepalle!“ kommt?

Ich habe die Antwort für Dich:⁣

Im hebräischen Sprachgebrauch gibt es das Wort „pilpul“. Es bezeichnet das Studium des Talmud, eines der bedeutendsten Schriftwerke des Judentums. Beim pilpul werden mit Scharfsinn Textstellen analysiert und interpretiert.⁣

Da sich die Rabbiner in ihren Dialogen häufig in hitzigen Diskussionen und abstrusen Gedankengängen verloren, wurde „pilpul“ schnell zum Inbegriff der Haarspalterei und übertriebene Genauigkeit.⁣

Im Laufe der Zeit ist so durch das Wort „pilpul“ unser heutiger Begriff „Pillepalle“ entstanden. Hättest Du das gewusst?⁣

Die Leviten lesen: Bedeutung und Herkunft

Die Leviten lesen, Redewendung, Bedeutung: maßregeln, jemanden rügen

„Dem gehören die Leviten gelesen!“ heißt es gerne, wenn man jemanden mal so richtig zurechtweisen will. Aber woher kommt diese Redewendung eigentlich?⁣

First things first: In der Bibel ist Levi der dritte Sohn von Jakob und Lea und damit auch der Name eines der zwölf Stämme Israels. Die Leviten waren für das Einhalten der Regeln zuständig. ⁣

Achtung, jetzt springen wir ein paar Jahrhunderte durch die Geschichte: nämlich zum Benediktinerorden. Zum Alltag des Klosterlebens gehörten Andachts- und Bußübungen. Häufig wurden dabei Bibeltexte aus dem dritten Buch Mose vorgelesen – dem Levitikus. Oder um es anders zu sagen: Es wurden die Leviten gelesen.⁣

Das Levitikus ist gefüllt mit Verhaltensregeln und Bestrafungsmaßnahmen und galt als Richtlinie für die Priester. Über die Jahre entwickelte sich für den Ausdruck „Leviten lesen“ deshalb die heute geläufige Bedeutung. ⁣

Spannend, oder? Zu welchem Wort oder welcher Redensart möchtest Du einmal mehr erfahren? Schreib es mir in die Kommentare!

Jane Schmidt

Jane Schmidt

hilft sensiblen Unternehmerinnen, besser bei Google gefunden zu werden und so mehr Menschen mit ihren Botschaften und Angeboten zu erreichen. Jane erklärt Suchmaschinenoptimierung (SEO) einfach, strukturiert und verständlich. Außerdem bekommst Du von ihr Tipps rund um verkaufsstarke Texte - damit sich Dein gutes Google-Ranking auch lohnt.

Teile diesen Artikel!

In diesem Workshop wird SEO endlich leicht und verständlich.

Vielen Dank! In wenigen Minuten erhältst Du eine Mail mit einem Bestätigungslink. Bitte klick darauf, damit ich Dir alle Infos zum Workshop zusenden darf.